Willkommen bei URAKAN. Die indonesische Kunstszene entwickelt sich schneller als das Schreiben über sie, und wir wollen helfen, diesen Rückstand aufzuholen: mit Texten, die analysieren statt bewerben, geschrieben von hier aus, in unserer eigenen Sprache.
Unsere Mission ist es, Bewegungen in der Kunstwelt sichtbar zu machen, ihre Trends genauer zu untersuchen und Diskussionen über die Fragen anzustoßen, die sie umgeben. Wir kritisieren Werke und Ideen, nicht Menschen. Wir bezahlen unsere Autorinnen und Autoren immer. Wir lesen mit Ernst, denn Kunst, die ernsthaft gelesen wird, erhöht den Einsatz für alle, die sie schaffen und ausstellen.
urakan /uˈrakan/
1 tidak mengikuti aturan dan bertingkah laku seenaknya
sich an keine Regeln halten und sich benehmen, wie es einem gefällt
Wir haben es als Namen gewählt, und als Haltung, nicht als Stil: Wir wollen nicht zaghaft über Kunst schreiben. Ironischerweise versuchen wir gerade unter einem Namen, der sich keinen Regeln beugen will, systematisch, sorgfältig und solide zu arbeiten: mit einem klaren Redaktionsprozess, einem gepflegten Layout und schriftlich festgehaltenen Spielregeln. Für uns gilt: Wer mit alten Gewohnheiten bricht, braucht ein festes Fundament.
Noch bevor wir einen einzigen Text veröffentlicht hatten, eröffneten wir am 7. und 8. Dezember 2024 in Yogyakarta das Urakan Magazine Writers Lab. Zehn Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund wurden ausgewählt und von unserer Redaktion und unseren Beraterinnen und Beratern begleitet. Die erste Herausforderung für ein Kunstmagazin ist, seine Autorinnen und Autoren zu finden, also haben wir uns entschieden, selbst neue heranzubilden. Einige der Teilnehmenden schreiben heute für uns. Dieses Magazin ist digital, aber es begann in einem Raum mit zehn Menschen, nicht auf einer Website. Das Lab wurde von Ace House Collective und der Langgeng Art Foundation unterstützt.
Wir stellen Indonesisch an erste Stelle, weil wir überzeugt sind, dass unsere Kunst in unseren eigenen Denkrahmen gelesen werden sollte, nicht immer aus westlicher Perspektive, und damit Schreibende und Lesende hier ohne Hürden Zugang finden. Wir wollen aber so viele Menschen wie möglich erreichen, deshalb gibt es Englisch. Deutsch gibt es aus einem ehrlicheren Grund: Einer von uns spricht es, und es ist eine Tür mehr.
Alles, was wir veröffentlicht haben, angefangen mit diesem Brief, findest du in der Sammlung.
Wenn du etwas schreiben oder auf etwas antworten möchtest, steht dir die Tür offen: über unsere Hinweise für Beiträge und unsere Kontaktseite. Folge uns auf Instagram oder abonniere den Newsletter über das Formular unten auf dieser Seite.
Herzliche Grüße,
die Redaktion von URAKAN
